Naturschutz

Exkursion der Naturschutzwarte des SAV – Stromberg-Gau im Leudelsbachtal

Als wolle er sie begrüßen kreiste ein Rotmilan über den Köpfen der Naturschutzwarte, die sich am 20. Mai unterhalb von Markgröningen, am Eingang zum Leidelsbachtal, trafen. Werner Brekle, der Gau-Naturschutzwart des östlichen Teils des Stromberg-Gaus hatte sie eingeladen. Geführt von dem Ökologen des Landratsamtes Ludwigsburg, Dr. Gastel, und Frau Klose von der Stadt Markgröningen wollten sie sich über die Umsetzung des Life-Projekts „Heckengäu“ informieren.

Das Naturschutzprojekt „Life rund ums Heckengäu“ führte die Landkreise Böblingen, Enzkreis, Calw und Ludwigsburg, sowie die Stiftung Naturschutzfonds beim MLR, die Regierungspräsidien Stuttgart und Karlsruhe, sowie den Landesbetrieb Gewässer zusammen. Das Projekt wurde zu 50% von der EU gefördert. Schafheiden, blumenbunte Magerrasen, Heuwiesen sowie landschaftsprägende Streuobstwiesen standen für den Landkreis Ludwigsburg im Mittelpunkt der 5 Jahre andauernden Aktion. Sie hatte die, nach EU-Recht, besonders geschützten Lebensräume und Arten in gemeldeten FFH- und Vogelschutzgebieten aufzuwerten.

Der Ökologe, Dr. Gastel, stellte den SAV-Naturschutzwarten die Schwerpunkte der Maßnahmen im Naturschutzgebiet „Leudelsbach“ vor: „Brachgefallene Streuobstwiesen und zugewachsene Magerrasen sind Sorgenkinder des Naturschutzes. Wo die Böden schlecht und die Hanglagen steil sind, lohnt die arbeitsintensive Bewirtschaftung schon lange nicht mehr. Mit Büschen und Bäumen zugewachsene, jahrhundertealte Kulturlandschaften sind die Folge. Es gehen dadurch nicht nur Heimat vermittelnde Landschaftsbilder verloren, sondern auch der Lebensraum für eine besonders große Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Die wertvollen Gebiete nur unter Schutz zu stellen reicht bei weitem nicht aus. Wo traditionelle und naturverträgliche Nutzung unrentabel geworden sind, werden Landschaftspflegemaßnahmen erforderlich. Die mit der Durchführung beauftragten Betriebe, darunter auch der Pflegetrupp des Schwäbischen Albvereins, haben in den extremen Steillagen ihr können unter Beweis gestellt.“

Die Naturschutzwarte konnten sich einen Eindruck von diesen Pflegemaßnahmen machen. In der Schäferlaufstadt Markgröningen bildeten im Leudelsbachtal die Schafheiden den Schwerpunkt. Verbuschte Bereiche wurden freigestellt und erhielten dadurch eine Aufwertung. Zusätzlich konnten Biotopverbundstrukturen und Triebwege zwischen den auseinander liegenden Kalkmagerrasen deutlich verbessert werden. Eine Vielzahl von Orchideen und anderen seltenen Pflanzen entlockten den wandernden Naturschutzwarten so manches Ah! und Oh! Und an der Vielfalt der gerade blühenden Akelei konnten sie sich nicht satt sehen. Zahlreiche von nicht nur im Landkreis Ludwigsburg seltenen Pflanzen werden zukünftig von der Life-Aktion profitieren. Auch die schwierige Arbeit des Markgröninger Stadtschäfers wird wesentlich erleichtert.

Beeindruckt vom Gesehenen fanden sich alle zum Mittagstisch ein. Dr. Gastel untermauerte mit einem Vortrag, in dem er Zahlen und Statistiken auf der Leinwand präsentierte, noch einmal eindrucksvoll, dass das Life-Projekt „Rund ums Heckengäu“ erfolgreich umgesetzt wurde.

Richard Becker/Naturschutzwart

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Igeln eine Burg gebaut. Naturschutz durch den Schwäbischen Albverein.

Das Wetter meinte es gut. Der Dauerregen der vergangenen Tage hatte sich in einen kalten aber trockenen Novembertag gewandelt. Gemeinsam nahmen einige Albvereinsmitglieder, der Umweltbeauftragte der Stadt Steinheim mit seinem Sohn und zwei Mütter aus Murr und Erdmannhausen mit ihren Kindern das „Projekt Igelburg“ auf einer Streuobstwiese der Stadt Steinheim, nahe Schloss Schaubeck, in Angriff. Der Bauhof hatte das nötige Material angeliefert: dicke Baumstämme, eine Fülle meterlanger Äste, ein Berg an Blättern, Paletten mit Steinen und alte Terrassenplatten. Es konnte losgehen. Zuerst wurde ein ebener Untergrund für die Igelkugel geschaffen, die der Albverein beschafft hatte. Von kräftigen Baumstämmen eingerahmt und mit Platten und Steinen eingebaut wurde das neue Zuhause für die Igel geschützt. Wichtig war, dass der Igelburg ein eindeutiger Zugang geschaffen wurde. Herr Hirsch, der Umweltbeauftragte, wies uns ein und packte selbst kräftig mit an, so dass es mit dem Bau zügig voran ging. Weitere Baumstämme wurden aufgeschichtet und daneben Holzpflöcke in die Erde gerammt um einer Benjeshecke halt zu bieten. Es war eine Freude zu sehen, wie sich die Kinder anstrengten, um das ihre zum Gelingen beizutragen. Sie schleiften und rollten Holzstämme, zerrten lange Äste zur Baustelle. Alles wurde gestapelt und nach und nach entstand eine Igelburg in einer stabilen Totholzmauer mit angeschlossener Benjeshecke. Spätestens im nächsten Frühjahr wird dieser neu geschaffene Lebensraum von einer Igelfamilie bewohnt. In den unzähligen Ritzen und Spalten der Totholzmauer und der Benjeshecke werden sich Singvögel, Kleinsäuger, vielleicht auch Eidechsen und Blindschleichen, sicher aber Insekten tummeln.

Glücklich, müde und zufrieden standen zum Schluss alle vor diesem Tagwerk, das Dank der Gäste verwirklicht werden konnte. So erfreulich diese Naturschutzmaßnahme des Schwäbischen Albvereins ist, so bedenklich ist, dass zu ihrer Verwirklichung mehr Gäste beitrugen als Vereinmitglieder.

Richard Becker, Naturschutzwart

Naturschutztag

Foto: SAV „Stolz und zufrieden, die Erbauer der Igelburg“

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Infotafel am Biotop Trocken- und Totholzmauer erneuert.

Vor Jahren legte die Ortsgruppe Steinheim des Schwäbischen Albvereins in Zusammenarbeit mit der Stadt Steinheim im Gewann Abtsäcker/Kälbling ein Biotop an. Auf diesem, zum Flächenausgleich zur Verfügung gestellten Grundstück, wurden
4 Totholzmauern mit integrierter Trockenmauer und ein „Insektenhotel“ errichtet. Ziel der Maßnahmen war und ist, durch ein zusammenhängendes Biotop, den Artenschutz aufzubauen und nachhaltig zu erhalten.
Eine Infotafel erklärte die Funktion des Biotops. Im Laufe der Jahre verblasste die Tafel und das Gestell, das sie hielt, wurde morsch und die Tafel fiel um. Nun hat die SAV-Ortsgruppe eine neue Tafel zur Erklärung des Biotops produzieren lassen. Dank der Unterstützung durch BM Rosner und dem Bauhof der Stadt Steinheim steht sie nun an der alten Stelle und informiert Interessierte, eine Bank lädt zum verweilen ein. Wir, die SAV-Ortsgruppe Steinheim, laden zum Besuch ein.

Richard Becker, Naturschutzwart

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Die Bemühungen um Natur- und Umwelt sind für uns schon seit langem ein wichtiges Anliegen.
Eine intakte Kultur- und Naturlandschaft braucht Pflege – eine Aufgabe,
der sich die Mitglieder des Steinheimer Albvereins gestellt haben.
Neben verschiedenen Pflanz- und Pflegeaktionen wird der jährliche Pflegeeinsatz in
Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung durchgeführt.

Herr Dieter Auracher, Vorsitzender des Stromberggaus
und Vizepräsident Herr Reinhard Wolf verliehen
Max Kubitscheck für 20 Jahre Naturschutzwart,
das Ehrenschild für Naturschutz.

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Schwäbischer Albverein stiftet Stadt einen Baum

Die Ortsgruppe hat zum Abschluss eines mehrjährigen Naturschutzprojekts der Stadt einen Baum gestiftet.
Max Kubitscheck, Naturschutzwart des Albvereins, und Tobias Pantle, Landschaftspfleger der Stadt, haben jetzt eine Winterlinde an der alten Kreisstraße zwischen Höpfigheim und Großbottwar gepflanzt.
Die Mitglieder legten auf einem städtischen Grundstück Totholzstapel an und schufen damit Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger; es wurden Hecken gepflanzt und sogenannte Altgrasstreifen angelegt. Außerdem wurden eine Infotafel und eine Ruhebank errichtet. Zum Abschluss dieses Projektes und als Bestätigung der guten Zusammenarbeit von Stadt und Albverein wurde eine Winterlinde gepflanzt.

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Umweltmaßnahme und Artenschutz
Totholzmauer mit Trockenmauer

  1. Auf diesem, für Flächenausgleichsmaßnahmen zur Verfügung gestellten Grundstück, wurden in Zusammenarbeit durch die Ortsgruppe Steinheim / Murr des Schwäbischen Albvereine e.V. und der Stadt Steinheim vier Totholzmauern mit integrierter Trockenmauer errichtet. Ziel dieser Maßnahme war und ist es durch ein zusammenhängendes Biotop den Artenschutz im Gewann „Kälbling/Abtsäcker“  aufzubauen und nachhaltig zu gewährleisten.
  2. Eine Totholzmauer ähnelt äußerlich einem Holzstapel, allerdings mit dem Unterschied, dass diese speziell auf die Bedürfnisse der heimischen Tierwelt abgestimmt ist.  Als Baumaterial kommen heimische Weich- und Harthölzer wie z.B. Esche, Kiefer, Eiche, Buche, Robinie, Kastanie, Natursteine und Schilfrohr zum Einsatz.
  3. Der Aufbau erfolgt mit dem Setzen der Natursteine und Schaffung von größeren Holräumen im Inneren. Die Totholzmauer wird Schichtweise aufgebaut und durch das Einbringen und Verbauen von unterschiedlichen Stamm- und Aststärken zu einem stabilen Bauwerk. Die Vielzahl der unterschiedlichen Fugen und Holräume, die tief in das Bauwerk hineinreichen, ermöglicht die Nutzung durch verschiedene Tierarten. Da Natursteine die Sonnenwärme besser absorbieren und speichern als das Holz, bieten sich in diesen Bereichen besondere Bedingungen für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten. Ebenso wie Hecken erfüllt eine Totholzmauer in der Landschaft zahlreiche Funktionen bis hin zum Nist- und Brutplatz. Die Artenvielfalt wird durch die Bepflanzung des Grundstückes mit Sträuchern, Bäumen, Wild- und Wiesenblumen zusätzlich gefördert.
  4. Auf diesem, für Flächenausgleichsmaßnahmen zur Verfügung gestellten Grundstück, wurden in Zusammenarbeit durch die Ortsgruppe Steinheim / Murr des Schwäbischen Albvereine e.V. und der Stadt Steinheim vier Totholzmauern mit integrierter Trockenmauer errichtet. Ziel dieser Maßnahme war und ist es durch ein zusammenhängendes Biotop den Artenschutz im Gewann „Kälbling/Abtsäcker“  aufzubauen und nachhaltig zu gewährleisten.

    Eine Totholzmauer ähnelt äußerlich einem Holzstapel, allerdings mit dem Unterschied, dass diese speziell auf die Bedürfnisse der heimischen Tierwelt abgestimmt ist.  Als Baumaterial kommen heimische Weich- und Harthölzer wie z.B. Esche, Kiefer, Eiche, Buche, Robinie, Kastanie, Natursteine und Schilfrohr zum Einsatz.

    Der Aufbau erfolgt mit dem Setzen der Natursteine und Schaffung von größeren Holräumen im Inneren. Die Totholzmauer wird Schichtweise aufgebaut und durch das Einbringen und Verbauen von unterschiedlichen Stamm- und Aststärken zu einem stabilen Bauwerk. Die Vielzahl der unterschiedlichen Fugen und Holräume, die tief in das Bauwerk hineinreichen, ermöglicht die Nutzung durch verschiedene Tierarten. Da Natursteine die Sonnenwärme besser absorbieren und speichern als das Holz, bieten sich in diesen Bereichen besondere Bedingungen für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten. Ebenso wie Hecken erfüllt eine Totholzmauer in der Landschaft zahlreiche Funktionen bis hin zum Nist- und Brutplatz. Die Artenvielfalt wird durch die Bepflanzung des Grundstückes mit Sträuchern, Bäumen, Wild- und Wiesenblumen zusätzlich gefördert.

    Die Anziehungskraft eines solchen Refugiums kann man an den Bewohnern erkennen:

    • Singvögel                    • Feuersalamander
    • Igel                             • Eidechse
    • Zwergwiesel                • Kröten
    • Iltis                             • Blindschleichen
    • Haselmaus
    Ungleich höher ist die Zahl der Insektenarten in und an der Totholzmauer:
    • Schmetterlinge
    • Hautflügler
    • Solitärbienen
    • Schlupfwespen
    • Grabwespen
    • Hunderte von Käferarten und Spinnen
    Maßnahmen wie diese tragen mit dazu bei
    die Natur und Artenvielfalt für die
    nachfolgenden Generationen zu sichern.

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    SAV Naturschutzwart   Max  Kubitscheck